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An die Anwohner in Wasserschutzgebieten von Bocholt und NRW. Viele von Ihnen haben sicher von der Änderung des Landeswassergesetzes vom 27.2.2013 in NRW gehört, das eine Dichtigkeitsprüfung der privaten Abwassergrundleitungen in Wasserschutzgebieten vorschreibt und zwar: Errichtung vor 1965 = Prüfung bis Ende 2015 Errichtung nach " = " " " 2020. Sobald die Rechtsverordnung des Landes in Kraft tritt (wahrscheinlich im Herbst 2013) werden die Kommunen tätig. Die Kosten werden alle treffen: Rentner und Witwen genauso wie unter Zinslasten ächzende junge Familien und letztlich natürlich auch alle Mieter. Die von politisch Verantwortlichen und Handwerk publizierten Kosten sind nur die halbe Wahrheit und viel zu niedrig angesetzt. Die meisten Hauseigentümer werden sich die Augen reiben, wenn die Rechnungen kommen für Maßnahmen, die nachweislich - bis auf wenige Ausnahmen - keinerlei Nutzen für die Umwelt bringen. Zudem gibt es keine nachhaltigen Sanierungsverfahren, die ohne gravierende Eingriffe in die Bausubstanz auskommen. Und wer will uns ernsthaft glauben machen, dass wir unsere verbleibenden 0,05% Abwasser auch noch in die Kläranlagen schaffen müssen, wenn die vermeintlich hochgefährlichen Schadstoffe in konzentrierter Form mit mehr als 2 Millionen Tonnen Klärschlamm zur Düngung doch wieder auf unsere Felder gelangen? Es gibt keine andere Maßnahme im Land mit einem derart krassen Missverhältnis zwischen zu erwartendem Nutzen und den horrenden Kosten. Die Anforderungen an die Prüfung werden von den Gemeinden unterschiedlich geregelt. Gängige Vorschriften besagen, dass nach einer Reinigung die Grundleitungen per Kamera befahren werden, dabei per Funk die Lage vermessen und eine Sichtprüfung auf Schäden durchgeführt wird. Danach wird eine Druckprüfung durchgeführt, bei der alle Auslässe der Abwasserleitungen ins Haus und in den öffentlichen Kanal zu verschließen sind. Es wird dann gemessen, ob ein erzeugter Überdruck über eine gewisse Zeit erhalten bleibt. Andernfalls muss nach Lecks gesucht und müssen diese abgedichtet werden. Wer schon einmal den Installateur wegen eines verstopften Rohres bemüht hat, der weiß, dass alleine eine Hochdruckreinigung über kurze Distanz einige hundert Euro kosten kann. Hier kommen mindestens noch Kamerafahrt und Druckprüfung hinzu. Zudem muss oft die Straßendecke vor dem Haus aufgebrochen werden. Diese Straßenzüge in NRW mit Bebauung sind danach auf Kosten der Anlieger wieder vollständig zu rekonstruieren. Dann ist von Sanierungsmaßnahmen die Rede, die neben aufwändigen Grabungen, der Zerstörung von Außenanlagen auch ein Aufstemmen von Kellerböden vorschreiben, um eventuell schadhafte Rohre instand zu setzen. Viele Eigenheimbesitzer besitzen keinen Keller oder nutzen diesen teilweise als Wohnraum, heutzutage oft auch mit Fußbodenheizung ausgestattet. Dann geht es großflächig mit dem Presslufthammer durch Fliesen, Estrich, Heizungsrohre, Dämmung, Isolierung, Beton, PE-Abdichtung gegen Bodenfeuchte, Sauberkeitsschicht und Kies hinab zu den Rohren. Die Kosten sind kaum absehbar und Ihr Haus ist für Wochen unbewohnbar. Zudem ist fraglich, ob die Abdichtung gegen Bodenfeuchte unterhalb einer Bodenplatte wieder funktionsfähig hergestellt werden kann. Es gibt kein grabenloses Verfahren, für das eine Fachfirma langfristige Garantien übernimmt. Im Gegenteil gibt es Aussagen den Kunden gegenüber, dass etwa Inliner höchstens 10 Jahre halten. Danach ist damit zu rechnen, dass diese sich ablösen und zu Verstopfungen führen, die dann tatsächlich das Aufstemmen von Kellerböden notwendig machen. Wer das alles nicht glauben kann, sollte sich einmal die Präsentation der KUA NRW dazu ansehen (ab Seite 22 finden Sie die Bilder, die noch die harmloseren Arbeiten zeigen). Das Schadenpotential für NRW nimmt damit katastrophale Dimensionen an. Denn was bringt es, flächendeckend mit enormen Kosten zu Prüfen, wenn in aller Regel eine wirtschaftlich vernünftige Sanierung nicht möglich ist. Einen Sanierungszwang kann es nur geben, wenn nachweislich Gefahr im Verzug ist für das Grundwasser oder ein im Vergleich zu benachbarten Quellen bedeutender Fremdwassereintrag vorliegt. Das wird nur in verschwindend wenigen Ausnahmen der Fall sein. Schon die Kosten für die Prüfung sind für manche Eigenheimbesitzer existenzgefährdend, vor allem in ländlichen Bereichen. Die Umsatzerwartung der Branche steht tatsächlich in krassem Gegensatz zu den Aussagen unserer Politiker. So heißt es auf der Seite eines Fachbetriebs: “... 22. Wie groß ist das Umsatzpotenzial pro Dichtheitsprüfung? Beispielhaft hier ein Objekt mit ca. 20 m Leitungen: Spülen und Reinigen der Leitung mit ca. 400-700 Euro. Dazu addiert sich die Sichtprüfung mit Kamerabefahrung mit ebenfalls ca. 400-700 Euro. Die Dichtheitsprüfung schlägt mit ca. 350-500 Euro zu Buche. Macht also im Durchschnitt pro Dichtheitsprüfung zwischen 1150+1900 Euro. ... ” Andere beklagen in Fachforen die unrealistisch niedrigen Beträge, die den Bürgern von Politikern vorgegaukelt werden und empfehlen ihren Kollegen vom Fach, auf keinen Fall Festpreise mit den Kunden zu vereinbaren. Eine Sanierung kann den Totalschaden bedeuten. Wenn die Annahmen der Landesregierung stimmen, können die gesamten Kosten leicht den Jahreshaushalt des Landes NRW übersteigen, die von uns als Hauseigentümer und letztendlich natürlich auch den Mietern aufzubringen sind. Das ist eine gigantische Summe, die dann bei sinnvollen Umweltschutzprojekten fehlt. Für jeden Einzelnen ist es eine Lotterie. Wenn er Glück hat, bleibt es bei den Prüfungskosten. Wenn nicht, dann kann er sich für längere Zeit auf eine Baustelle einrichten, die für ihn und seine Familie vielleicht nie wieder ein lebenswertes Heim sein wird. Und der ganze Nervenkitzel wiederholt sich alle 20 Jahre. Sie können das Problem nicht mehr aussitzen. Wenn die Gemeinde auf Sie zukommt hilft nur noch die Klage beim Verwaltungsgericht. Sehen Sie hierzu auch unsere anderen Info`s.
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